Der heutige Morgen sah relativ vielversprechend
aus, daher ging Roli gleich in der Früh ans Meer um dort seine ersten Züge im
Meer (Golf von Thailand) zu machen. Das Wasser ist angenehm warm, also genau
so, wie man es sich wünscht.
Michi ging nicht mit an den Strand, da sie seit Sonntagabend
über Halsschmerzen klagt und nun seit gestern Nachmittag auch Fieber hat.
Zu Mittag sind wir in eine Standbar gegangen, aber
nach einer Stunde ging Michi wieder zurück ins Zimmer, weil es ihr einfach
nicht gut ging. Die Tabletten schlagen nicht wirklich an, denn trotz
fiebersenkender Mittel und Antibiotika bleibt das Fieber konstant bei ca. 38,5
Grad. Nun, da wir hier im Tropengebiet sind, können sich jede Menge andere Krankenheiten
als grippale Infekte tarnen, zumindest, wenn man dem Reiseführer Glauben
schenken darf: zur Auswahl stehen u.a. Vogelgrippe, Malaria tropicana, Dengue
Fieber, … such es dir aus, jede
dieser Krankheiten wäre ein Desaster! Wie auch immer, beim Fieberhöchstwert von
39,2 Grad haben wir dann entschlossen, hier in Shianoukville in die CT Clinic
zu gehen.
Mit dem Tuk-Tuk sind Roli und ich ins Krankenhaus
gefahren, ich war so nervös: noch nie im Krankenhaus, nie etwas Schlimmes
gehabt und auf einmal musst du in Kamboscha in ein Krankenhaus und machst dir
Sorgen über Malaria & Co … die besten Voraussetzungen! Wir kamen also dort
an und die Empfangsdame nahm uns gleich dran und ich konnte für 10 USD gleich
mal mit dem Arzt sprechen. Dieser kam eigentlich gleich zu mir, obwohl dort
noch einige andere Leute waren. Ich hatte absolut keine Wartezeit. Habe ihm
also meine Probleme erklärt, er hörte zu und gab mir erstmal den Fiebermesser.
Nachdem die Messung abgeschlossen war, meinte er ganz trocken: „39,2 – this is
really hot!“ und dann meinte er, dass wir mal ein bisschen Blut abnehmen und
schauen, ob man was von Malaria sieht. Mir wurde schon ganz anders: Blut
abnehmen … er sah mir wohl an, dass mir das nicht so behagte und meinte von
sich aus schon: „don’t worry, it’s all clean!“ und zeigte uns eine Original
verpackte Nadel. Ich wurde gleich aufs Patientenbett verfrachtet und ein
Angestellter kam um für’s Blut abnehmen alles vorzubereiten. Erst kontrollierte
er den Blutdruck und dann gings los. Doch er nahm sich nicht die Ellbeuge,
sondern stach vorne an der Hand rein. Wie ich da noch nicht wusste, bekam ich
noch anschließend noch Infusionen. Die Blutabnehme spürte ich überhaupt nicht,
sie ging ganz schnell und hat nicht eine blaue Stelle hinterlassen, das gibt’s nicht
mal in Österreich! Das Stechen hat er wirklich erstklassig gemacht! Danach
wurde die Infusion mit Ringerlösung angehängt und dann wurde mir auch schon ein
erstes Antibiotikum gespritzt. Dann wurde ich eine Weile mir selbst überlassen,
begann ziemlich zu schwitzen und eine Pflegerin brachte mir feuchte Tücher für
Kopf und Brust und legte mir sie auf. Immer wieder wischte sie mir den Schweiß
von Kopf, Händen und Körper. Dann kam der andere Pfleger wieder und spritzte
mir fiebersenkendes Mittel in den Hintern. Da ich auf den Einstich nicht
gefasst war, erschreckte ich ziemlich. Roli fürchtete schon, dass durch mein
Zucken die Nadel abgebrochen war … was aber zum Glück nicht so war! Wir hatten
inzwischen schon die Vermutung, dass es sich wohl um Malaria handeln dürfte, so
umsorgt wie ich wurde. Als die erste Infusion dem Ende zu ging, schickte der
Arzt Roli um was zu essen für mich und in der Zwischenzeit bekam ich auch noch
4 Tabletten verabreicht. Zudem gab’s eine weitere Flasche der Ringerlösung. Roli
kam zurück mit Baguette, Keksen und gekühlten Getränken. Man kann es sich nicht
vorstellen, aber jede/r der Angestelle/n kam zu mir und erklärte mir (wieder),
dass ich nichts Kaltes mehr trinken dürfte. Und die Kekse, die Roli besorgt
hatte, wären auch nicht so gut für mich. Zum Glück hatten wir noch warmes
Wasser dabei J
Inzwischen waren auch die Ergebnisse da, ich habe KEIN Malaria und kein Dengue
Fieber, es kommt alles von einer Infektion der Bronchien. Puh, nochmal Glück
gehabt! Nach einiger Zeit war dann auch die zweite Flasche leer und es ging
wieder ans Fiebermessen: 36,1 Grad … wow … 3 Grad gesenkt … und ich fühlte mich
wirklich auch schon deutlich besser. Mit dem hätte ich nicht gerechnet, als ich
die Klink betreten hatte. Zum Abschied hab
ich noch 4 verschiede Tabletten bekommen, die ich zum Teil drei Mal täglich
nehmen darf, aber sie helfen, immerhin! Jetzt gings ans Zahlen: wie hoch würde
die Rechnung sein? Wir hatten keine Idee, was das kosten wird … schlussendlich
zahlte ich 95 USD, was war ein ganzen Happen ist, aber ich hätte durchaus mit
mehr gerechnet.
Die Klink selbst war wie man es sich vorstellt: die
Praxis ist im vorderen Teil eines Wohnhauses untergebracht. Wie hier so üblich,
ist die vordere Hausfront komplett offen und wird im Falle des Falles wohl nur
mit einem Rollladen geschlossen (Klink hat 24 Std. Aufnahme). In der Klink gabs
vier oder sechs Betten, die nicht mal räumlich getrennt sind. Es ist alles sehr
spärlich eingerichtet und an den Wänden haben wir Eidechsen gesehen (gibt’s hier
überall an den Wänden von Zimmern, die nach außen offen sind). Das Personal war
sehr freundlich und bemüht, es einem so angenehm wie möglich zu machen. Auch
sprachliche Probleme gabs im Grunde nicht, einzig die Pfleger sprechen alle
relativ leise, sodass man sehr genau zuhören musste. Obwohl ich am Anfang doch
eher ängstlich hingegangen bin, hatte ich dort dann schon ein gutes Gefühl. Und naja um ein Erlebnis bin ich auch reicher
als so mach anderer: denn, wer kann schon von sich sagen, mal in einem
kambodschanischen Krankenhaus gewesen zu sein?!?
Als wir zurück ins Hotel kamen haben wir für eine
Nacht verlängert, sodass wir, falles noch was auftritt, wieder zum selben Arzt
gehen können.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen